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Von Phantasiewesen, pummeligen Schoßhunden und einer fidelen Wildsau

Von Hanne Grießmann

Als sich Hanne Grießmann, damals Wissenschaftliche Hilfskraft im MWW-Forschungsprojekt „Text und Rahmen“, ein spätmittelalterliches Gebetbuch in den Lesesaal der Herzog August Bibliothek bestellt, ahnt sie nicht, welch farbenprächtige und phantastische Welt sich ihr eröffnen würde. Hier erzählt sie vom frech-verspielten Treiben am Seitenrand der frommen Handschrift – und was es über die satirische Seite des Mittelalters verrät.

 

 

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Was macht denn das Schwein mit der Schubkarre hier? Drolerie in einem spätmittelalterlichen Gebetbuch. Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. Guelf. 87.10 Aug. 12°, fol. 52v-53r. (CC BY-SA)

Glückloses Stück

Von Stefan Höppner

Goethes Libretto „Claudine von Villa Bella“ ist bis heute weitgehend unbekannt – dabei wurden Teile daraus von Beethoven, Brahms und Hugo Wolf vertont. Der 18-jährige Franz Schubert komponierte sogar eine komplette Oper, die leider verloren gegangen ist. Nicht viel besser erging es dem hessischen Komponisten Peter Müller, der seine fertige „Claudine“ 1825 nach Weimar schickte – und zwei Jahre lang vergebens auf eine Reaktion wartete.

 

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Eine einfache kleine Geschichte: Goethes Libretto "Claudine von Villa Bella", hier die Titelseite einer Ausgabe von 1780. © Archiv Theater-, Film- und Medienwissenschaften der Universität Wien

Weimarer Verwirrspiel

Von Stefan Höppner

1779 lernte Goethe in der Schweiz den Prediger Georg Christoph Tobler kennen, zwei Jahre später begegneten sich die beiden in Weimar wieder. Als 1782/83 Toblers rhapsodischer Text „Die Natur“ im „Tiefurter Journal“ erschien, hielten die meisten Goethe für den Verfasser. Ein Irrtum, dem selbst die renommierte Zeitschrift „Nature“ in ihrer ersten Ausgabe 1869 aufsaß – und an dem der große Dichter keinen geringen Anteil hatte.

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"By Goethe": Toblers Text wurde 1869 in der Zeitschrift "Nature" abgedruckt – und Goethe zugeschrieben. © Nature Publishing Group

Geschichtsbücher für die lutherische Sache

Von Dietrich Hakelberg

In der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel ist einer der ältesten gedruckten Bibliothekskataloge entdeckt worden. Der Einblattdruck von 1575 verzeichnet eine großzügige Schenkung mit Hintersinn.

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Einzigartiger Katalog in Plakatform: der Einblattdruck von 1575, auf dem die Bücherschenkung Carl Wolfgang Rehlingers an die Augsburger Prediger verzeichnet ist [Augsburg: Valentin Schönig, 1575]. (Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Bc Kapsel 19 [7]).

Der Erfinder des Augenblicks – Eine Verteidigung des Sprachkritikers Philipp von Zesen

Joanna Raisbeck

1678 erschien der Druckband Wohlgegründete Bedenkschrift über die Zesische Sonderbahre Ahrt Hochdeutsch zu Schreiben und zu Reden des Rostocker Rhetorik-Professors Andreas Daniel Habichthorst. Während meines Aufenthalts in Wolfenbüttel arbeitete ich im Rahmen des Forschungs- und...

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Der Dichter Philipp von Zesen auf einem Gemälde des niederländischen Malers Gerard de Lairesse aus dem Jahr 1682 (Kassel, Staatliche Kunstsammlungen, Schloss Wilhelmshöhe © Bildarchiv Foto Marburg)

Ein unzureichender Schutzwall gegen die Zeitläufte – Stefan Zweigs letzte Bücher in der Stadtbibliothek von Petrópolis

Susanna Brogi

„Er hat sich verschanzt in seinem Turm, er hat den Wall seiner tausend Bücher zwischen sich und den Lärm gestellt“, schreibt Stefan Zweig in seinem Fragment gebliebenen Essay Montaigne während der letzten Etappe seines Exils, das ihn im August 1941 ins brasilianische Petrópolis geführt...

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Feuerspeiende Drachen auf Schaumstoffkeilkissen – Vom Umgang mit einem Psalter

Friederike Wolpert

Im Lesesaal der Bibliotheca Augusta – dem Hauptbibliotheksgebäude der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel – wird mit den handschriftlichen Beständen der Forschungsbibliothek gearbeitet. Ich habe mir Cod. Guelf. 1147 Helmst., ein Psalterium und Gebetbuch aus dem 15. Jahrhundert,...

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Ein Ausschnitt mit Drache und Initiale aus Cod. Guelf. 1147 Helmst., einem Psalter aus dem 15. Jahrhundert.