Zeitschrift für Ideengeschichte

„Alte Hüte“ - die erste Ausgabe der Zeitschrift für Ideengeschichte hat ihre eigene Unzeitgemäßheit im Frühjahr 2007 gleich zum Titel gemacht. Ganz unbefangen von allen Theoriemoden und aktuellen turns in den Geisteswissenschaften pflegt die Zeitschrift seitdem das lange Gedächtnis der Ideen, spürt ihren untergründigen Wanderwegen nach, den Aufstiegs- und Verfallskurven der Ideen. Dabei erweist sich manch scheinbar neue Idee als alter Hut. Und umgekehrt gilt es, in Vergessenheit geratene Ideen neu zu entdecken.

Jedes Heft der vierteljährlich im C.H.Beck-Verlag erscheinenden Zeitschrift hat einen eigenen Schwerpunkt. Darauf folgt ein großer, thematisch freier Essay. Einen weiteren festen Bestandteil bilden die Rubriken „Gespräch“, „Denkbild“ und „Archiv“, in der Fundstücke aus den Beständen und Neuerwerbungen der Herausgeberinstitutionen präsentiert werden. Den Schluss des Heftes bildet die Sektion „Konzept und Kritik“, in der bedeutende Neuerscheinungen diskutiert werden.

Die Zeitschrift für Ideengeschichte strebt als Forum der Forschung und Reflexion eine fachübergreifende Kommunikation zwischen allen historisch denkenden und argumentierenden Geisteswissenschaften an.

Die Zeitschrift für Ideengeschichte wird von den drei großen deutschen Forschungsbibliotheken und Archiven in Marbach, Weimar und Wolfenbüttel sowie dem Wissenschaftskolleg zu Berlin und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gemeinsam getragen. Mögen die Quellen der Zeitschrift im Archiv liegen, so ist ihr intellektueller Zielpunkt die Gegenwart. Sie beschreitet Wege der Überlieferung, um in der Jetztzeit anzukommen; sie stellt Fragen an das Archiv, die uns als Zeitgenossen des 21. Jahrhunderts beschäftigen.

 

 

Cover der Herbstausgabe 2019

Widerstand (Heft XIII/3 Herbst 2019)

„Widerstand“: der Herbst der Zeitschrift für Ideengeschichte steht im Zeichen eines gewittrigen Begriffs. Unter seiner Fahne versammelt sich, was weltanschaulich scharf getrennt ist - die "Systemfeinde" von links wie rechts. Ein Dreivierteljahrhundert nach dem 20. Juli 1944, dem "Deutschen Widerstand", spürt die ZIG quer durch die Zeiten der Geschichte und Aktualität eines vielstrapazierten, politischen Konzepts nach.

Mit Beiträgen u.a. von Petra Gehring, Florian Meinel, Danilo Scholz, Juliane Vogel. In dieser Ausgabe ist auch die Antrittsrede „Öffentliche Urteilskräfte und ihr Literaturarchiv. Neue Töne“ von Sandra Richter, Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach, zu lesen. Jan Bürger, stellvertretender Leiter der Abteilung Archiv, schreibt über „Das Attentat als Lauffeuer. Der 20. Juli 1944 in Tagebüchern“.

 

 

 

Die Wahrheit über Japan (Heft XIII/2 Sommer 2019)

„Die Wahrheit über Japan“ äußert sich im Register der Kulturkritik. Kaum einer, der nicht glaubte, in Japan verloren Geglaubtes zu erkennen: lebendiges Heidentum und erotische Kulte, ungebrochene Antike oder ungeschiedene Natur, Geheimnis, Haltung, Poesie, Stil. Japan schien eine andere Moderne zu versprechen. Die Sommerausgabe der ZIG spürt diesem langen japonistischen Traum in der europäischen Geistesgeschichte nach.

Mit Beiträgen von Tilman Allert, Philipp Felsch, Karl Löwith, Kenichi Mishima, Vera Wolff und vielen weiteren. Caroline Jessen, ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsverbund MWW, hat sich in einem Artikel „Anti-Thule und Gegen-Atlantis“ mit Karl Wolfskehl und Kurt Singer im Exil beschäftigt.

 

 

 


Adorno (Heft XIII/1 Frühling 2019)

Adorno – am Vorabend seines 50. Todestages begibt sich die Zeitschrift für Ideengeschichte in die heroische Epoche der Kritik. Das Heft spürt einem ästhetisch theoretischen Denken nach, das für seine Zeit unbedingte Geltung beanspruchen durfte ­–­ ohne Scheu vor dialektischen Beobachtungen und eigenen, großen Fragen. Wie sieht es mit der ideenpolitischen Praxis der kritischen Theoretiker aus? Wie verhält sich philosophische Kulturkritik zur intellektuellen Intervention und allgemeinen Expertise? Und was kann Kritik heute überhaupt noch ausrichten?

Mit Beiträgen von Andrea Albrecht, Hans Magnus Enzensberger, Eva Geulen, Christoph Möllers, Ulrich Raulff und vielen weiteren.